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Der Stadtteil Linden-Süd


Das heutige Linden entstand im Laufe des 19. Jahrhunderts aus einem kleinen Bauerndorf vor den Toren der Residenzstadt Hannover. Innerhalb weniger Jahrzehnte wuchs es zu einer bedeutenden Industrie- und Arbeiterstadt. Eine Voraussetzung für die rapide Industrieentwicklung war eine stetig wachsende Anzahl verfügbarer Arbeitskräfte - die Einwohnerzahl stieg rapide an.

Nach dem beständigen Aufschwung beginnt in den Jahren etwa ab 1960 ein sehr starker Abwanderungsprozess, der nur teilweise ausgeglichen wurde durch den Zuzug von Bevölkerungsgruppen, die auf billigen Wohnraum angewiesen sind, - insbesondere ausländische Arbeitnehmer und ihre Familien, die 1972 bereits einen Anteil von 18 % hatten und deren Anteil ständig weiter anstieg.


Auf Grund der insgesamt schlechten Stadtteilsituation (Bausubstanz, Wohnumfeld, Grünflächen) beschloss der Rat der Stadt Hannover 1972 die Einleitung der städtebaulichen Sanierung. Diese Sanierung wurde mit dem Ziel durchgeführt, die ursprünglich im Stadtteil wohnende Bevölkerung im Stadtteil zu halten. Der so entstandene hohe Anteil des sozialen Wohnungsbaus wurde mit dem Rückgang industrieller Arbeitsplätze zum Problem: In den ehemaligen Arbeiterwohnungen wohnten nunmehr zunehmend Arbeitslose, sogenannte Modernisierungsverlierer und Migranten.


1999 waren 30 % der Wohnungen im Stadtteil Belegrechtwohnungen. Daneben existiert noch eine größere Anzahl von Wohnungen mit geringem Standard. Der Anteil von Arbeitslosen und HLU-Empfängern liegt deutlich über dem Stadtdurchschnitt, der hohe Migrantenanteil führte zu sprachlichen Problemen an den Schulen, sozial stabilere Familien begannen den Stadtteil zu verlassen.


Angesichts eines starken Wechsels der Bewohnerschaft drohte der traditionell gute und von Toleranz geprägte soziale Zusammenhalt der Einwohner zu zerbrechen. Eine im Januar 2000 initiierte "Stadtteilwerkstatt" legte den Grundstein für den Prozess "Soziale Stadt" mit entsprechenden Anträgen (bisher leider erfolglos) auf Aufnahme in das Bund/Länder Programm "Soziale Stadt".

Seit dieser Zeit haben sich bis heute BürgerInnen und MitarbeiterInnen von Einrichtungen im Stadtteilforum Linden-Süd zusammengeschlossen, um sich für eine Verbesserung der Lebensbedingungen im Stadtteil einzusetzen.

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